Auch am Bremer Weserwehr kommt es gelegentlich zu Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen. Und da geht es manchmal ziemlich fies zu. Unsere junge Robbe Maja zum Beispiel wurde gestern Opfer einer rüden Provokation durch eine Gang junger Silbermöwen!
Das ablaufende Wasser hatte Majas Schlafstelle noch keine zwei Stunden freigegeben. Der junge Seehund hatte sich gerade erst hingelegt und war dabei, einzuschlummern. Da ließen sich nacheinander drei Möwen dort nieder und kreisten sie regelrecht ein.
Einer der dreisten Vögel konnte es nicht lassen, die junge Robbe zu piesacken. Sie tapste immer näher an Maja heran und pickte ihr schließlich in die Schwanzflosse!
An die vielen schaulustigen Menschen der vergangenen Wochen hatte sie sich offensichtlich gewöhnt. Zu denen hat sie ja auch locker 70 Meter Abstand. Aber die Möwen wissen nichts von Privatsphäre. Und diese Möwe wollte Maja eindeutig nerven. Und die Robbe setzte sich tatsächlich in Bewegung.
Sie warf prüfende Blicke in Richtung Wasser, so als würde sie überlegen, zu springen. Eins war aber klar: Würde sie vor den Plagegeistern ins Wasser flüchten, könnte sie erst wieder beim nächsten fallenden Wasser an ihren Platz. In ungefähr zehn Stunden. Denn die steile Rampe dürfte sie kaum erklimmen können.
Die Möwe blieb dem Seehund dicht auf den Fersen, beziehungsweise Flossen. Und Maja machte sich bereit für eine Rutschpartie.
Es war nicht das erste Mal, dass ich eine solche Pick-Attacke beobachten konnte. Warum Möwen isch so verhalten, ist mir ein Rätsel. Suchen sie Futter im Robbenfell? Unwahrscheinlich. Oder wollten sie den Platz für sich haben? Dagegen spricht, dass die drei Möwen kaum zwei Minuten an diesem Platz blieben und dann weiterflogen.


