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Montag, 31. Januar 2022

Die Ruhe nach dem Sturm

Heute hatte ich nur kurz Zeit, mal am Weserwehr vorbeizuschauen. Fieser Sprühregen, aber der Fluss tat, als hätte es den Sturm gestern gar nicht gegeben: Glattes Wasser. Insgeheim hatte ich schon befürchtet, Finchen hätte sich nach der heftigen Sturmflut gestern ein anderes Revier gesucht. Aber - Finchen war ebenso ruhig und entspannt wie die Weser. Tolle Bilder und eine schöne Videosequenz. Heute ohne viele Worte. Viel Spaß!



(Leider habe ich das Objektiv nicht geputzt, sorry).

Sonntag, 30. Januar 2022

Seehunde identifizieren

Seehunde sehen sehr unterschiedlich aus: Sie sind unterschiedlich gefärbt, Rücken und Bauch sind unterschiedlich hell oder dunkel, auch Kopf und Gesicht unterscheiden sich deutlich. Vor allem aber ist die Fellzeichnung bei jedem Tier individuell wie ein Fingerabdruck. Daran unterscheide ich sie meistens. Bei Finchen ist es leicht: An der linken Kopfseite ist ein heller Fleck, der wie ein Herz aussieht.



Auf diese Weise habe ich seit 2014 mindestens sieben verschiedene Seehunde beobachtet. Um selbst den Überblick zu behalten, habe ich eine Tabelle angefertigt mit Beobachtungsdatum und aussagekräftigem Foto.


Samstag, 29. Januar 2022

Im Porträt: Joana

In nächster Zeit bringe ich hier ein paar Extra-Seiten über Seehunde, die ich in früheren Jahren am Weserwehr beobachten durfte. Los geht es mit Joana: Wie Finchen wurde sie in einer Seehundstation aufgezogen. Das erfuhr ich, weil ich ihre Flossenmarke fotografieren konnte. 2019 hatte ich viele schöne Begegnungen mit ihr. Klicke hier (oder auf das Bild)!



Mieses Wetter? Mir doch egal!

Wind und Wetter machen Finchen gar nichts aus - nass ist sie ja eh schon. Vorhin chillte sie ganz entspannt in den Wellen. 


Freitag, 28. Januar 2022

4 Tipps - Meeressäuger online

Die nächsten Tage werden in Bremen ungemütlich: Regen und Sturm - nicht ideal, um am Weserwehr rumzustehen und nach Finchen Ausschau zu halten. Und die Fotos werden eh nicht doll. Hier ein paar Tipps, wie man an trüben Tagen muntere Meeressäuger im Internet erleben kann - oft sogar live!

(Bitte weiterklicken!)

Donnerstag, 27. Januar 2022

"Sind das nicht Aale?"

Die Frage kommt immer wieder auf, wenn ich meine Bilder zeige. Nein, es sind wohl in der Regel Neunaugen. Sie sehen Aalen äußerlich ähnlich, sind aber nicht mal ansatzweise mit Aalen verwandt. Anders als Aale sind Neunaugen nicht mal wirklich Fische. 


Finchen ist das natürlich egal, hauptsache lecker! Und ob Fisch oder nicht - Neunaugen sind wahrhaft wundersame Geschöpfe: "Lebende Fossilien" aus dem Kambrium vor rund 500 Millionen Jahren. Wenn Finchen sie erwischt, tote lebende Fossilien. Sie ernähren sich zeitweise parasitisch, sagen Fischen das Blut aus!

(siehe Wikipedia). 

Petromyzon marinus.jpg



In einigen Ländern machen es die Leute wie die Robben und essen Neunaugen. Ich habe mal welche in Riga probiert (Neunaugen, nicht Menschen). Kann ich gut drauf verzichten, ich überlasse sie lieber Finchen!

Die prähistorischen Vampirwesen schwimmen jedes Jahr ab Mitte Dezember die Flüsse hinauf um zu laichen. Am Weserwehr und dem dortigen Wasserkraftwerk müssen sie den Einstieg zum Fischpass finden. Die perfekte Gelegenheit für die Kormorane, die sich wahre Schlachten um erbeutete Neunaugen liefern! Nicht jedes Jahr, aber auch nicht selten, treffen irgendwann zwischen Oktober und April Seehunde ein. (Bitte weiterklicken)

Romanze schon wieder vorbei?

Die letzten drei Tege hatte ich immer mein großes Tele mit zur Arbeit, aber: Kein Finchen auf dem Bootsanleger, und ihr Freund war auch nicht da. Nur dieser Graureiher:


Nun geht es mich ja auch gar nichts an, wen Finchen trifft, aber ... neugierig bin ich schon! Vielleicht habe ich ja die Tage mal Glück und sehe sie zusammen.

Heute Abend hatte ich wenigstens mal eine halbe Stunde Zeit, am Weserwehr Ausschau zu halten. Gut, dass es jetzt etwas länger hell bleibt. Und ich hatte Erfolg: Finchen futtert weiter Neunaugen in sich hinein.


Und sie kam auch wieder ganz nahe (bitte weiterklicken).

Montag, 24. Januar 2022

Sie hat eine Freund!

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit erspähte ich Finchen weit entfernt vom Weserwehr: Auf einem Bootsanleger in Höhe der Wallanlagen. Mit einem zweiten Seehund! Bahnt sich hier was an oder ist es rein platonisch? 😍

Ich war auf dem Weg zur Arbeit, hatte auf Verdacht das 300er Tele dabei, denn eine Kollegin hatte mir bereits ein Foto gezeigt, das Finchen dort zeigte. Bislang hatte ich keine Zeit, mehr über den Gefährten in Erfahrung zu bringen. 


Hoffentlich finde ich morgen früh mehr heraus. Dann nehme ich das 600er mit!


Sonntag, 23. Januar 2022

Finchens Reise

Finchen wurde im Sommer 2021 als Heuler gefunden und in die Seehundstation Norddeich gebracht. Im September wurde sie vor Juist ausgewildert. Auf welchem Weg sie nach Bremen gelangt sein mag? Ich habe eine relativ direkte Route nördlich der Ostfriesischen Inseln eingetragen. 193 Kilometer! In Wirklichkeit dürfte sie erheblich mehr Strecke zurückgelegt haben, bis sie Ende Dezember - noch ziemlich klein und dünn - am Bremer Weserwehr ankam.



Tipps für die Beobachtung

Was man braucht: 
1. Warme Kleidung, warme Socken! 
2. Viel Geduld!
3. Fernglas oder Kamera mit Teleobjektiv

Seehunde zeigen sich am Bremer Weserwehr meistens im Winterhalbjahr.  Deshalb: Warm anziehen, warten, Ausschau halten, viel Geduld mitbringen! Wenn sie jagt, taucht Finchen viel und weit. Deshalb sieht man sie oft nur für wenige Sekunden und dann erst wieder 10, 20 Minuten später. Oder auch mal eine halbe Stunde. Und man muss schon sehr genau schauen: Ist sie weiter weg, wird es mit bloßem Auge schwierig. Und kaum hat man sie erspäht, taucht sie auch schon wieder ab. Aber das macht ja gerade die Spanung aus!




Wenn Finchen gerade nicht jagt, ruht sie sich aus. Manchmal tut sie das unter Wasser, taucht dann nur alle paar Minuten mit der Nase aus dem Wasser auf. Dann ist sie schwer zu entdecken. Dieses Verhalten kenne ich von anderen Seehunden, die ich hier beobachten durfte. Hier eine Aufnahme vom März 2018, ein Seehund, den die Schleusenwärter "Henry" genannt haben.


Noch eine Botschaft von der Seehundstation: Wer Finchen an einem ihrer Ruheplätze entdeckt, sollte bitte Abstand halten! Finchen ist relativ scheu, Seehunde brauchen Ruhepausen. Und auf keine Fall versuchen sie zu streicheln (falls Ihr überhaupt so nahe rankommt, was fast ausgeschlossen ist). Der Biss eines Seehunds ist nicht ungefährlich!


Beste Fischerin

Finchen fängt noch immer fette Neunaugen, während die Kormorane kaum noch welche erwischen und auf Stinte umsteigen.


"Moi dick war'n"

 "Se is Moi dick war'n" - sie ist schön dick geworden! So sagt man in Ostfriesland, wenn man dem Kind ein Kompliment machen will. Nicht sehr nett für heutige Ohren, aber in einer Region, die Jahrhunderte lang Hinger kannte, ist das was anderes. Finchen ist tatsächlich in den letzten Wochen fett geworden. Gut so!


   



Sonntag, 16. Januar 2022

Finchen ist noch da.

Diese Woche konnte ich nur immer mal kurz zum Weserwehr - der Urlaub ist vorbei. Finchen lässt es sich immer noch gut gehen am Weserwehr. Und fängt immer noch fleißig Neunaugen.

Finchen entspanntes Schwimmen

Finchen mit Neunauge

Finchen auf der Jagd

Finchen taucht auf


Dienstag, 11. Januar 2022

Finchen - sie ist eine Ostfriesin!

Und es ist ... eine Lady! Gestern hat sich die Seehundstation Norddeich bei mir gemeldet: Der Seehund heißt Finchen und wurde im Sommer 2021 dort aufgepäppelt. Nach 66 Tagen wurde sie auf Juist ausgewildert. Ich konnte sie in den vergangenen zwei Wochen jeden Tag am Weserwehr beobachten. 

Gerrit




Samstag, 8. Januar 2022

Seehund am Weserwehr 2022

Am Bremer Weserwehr tummelt sich seit einigen Tagen ein kleiner Seehund. Nichts Ungewöhnliches hier, aber es ist der erste seit zwei Jahren, der hier, länger verweilt. Die Flossenmarke deutet darauf hin, dass er (oder sie) ein Heuler war, der in einer Aufzuchtstation aufgepäppelt wurde. Bislang habe ich noch keine Antwort auf meine Anfragen bekommen, deshalb ist er für mich vorerst noch namenlos. Man merkt, dass er Menschen gewöhnt ist - er ist vergleichsweise wenig scheu. Aber trotzdem schwer zu beobachten: Er taucht viel und lang. Und frisst Unmengen Neunaugen! Ein überaus erfolgreicher Jäger, ich habe noch nie so viele erfolgreiche Jagden bei Seehunden beobachtet.

Viel Spaß mit den Bildern!

Bitte mit "Read more" weiterklicken. Und: Ich freue mich über Kommentare.

Gerrit

Bremer Stadtrobbe

Schon seit vier Monaten wohnt Seehund Maja in der Bremer Weserschleuse. Inzwischen hat sie sich so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie neugie...