Zwei Monate lang gab es hier nichts zu berichten: Kein Seehund ließ sich blicken, selbst die Kormorane sind fast alle weg. Aber heute dann die erste Seeschwalbe! Also: Vorhang auf für den Auftritt der Luftaktrobat*innen!
Es ist für mich wie ein freudiges Widersehen! Seit Monaten habe ich sie nicht mehr beobachten können. Flussseeschwalben halten sich hier, am Bremer Weserwehr, nur im Sommer über auf. Und faszienieren mich immer wieder aufs neue mit ihren steilen Sturzflügen ins Wasser, wenn sie einen kleinen Fisch erspäht haben.
Sie ähneln den Küstenseeschwalben, die ebenfalls im Sturzflug die Wasseroberfläche durchbrechen. Sowas können nicht viele Vögel! Das Publikum gab sich dennoch kaum beeindruckt.
Was wiederum die Seeschwalbe nicht interessiert haben dürfte. Und sollte es auch nicht. Denn solche Moves bekommen Silbermöwen garantiert nicht hin!
Das eigentlich besondere an den Seeschwalben ist aber, dass sie unglaublich weite Strecken zurücklegen. Den Winter verbringen sie in den Tropen, fliegen bis auf die Südhalbkugel.
Denn für ihre spezielle Jagdtechnik brauchen sie einen möglichst hohen Sonnenstand. Dann können sie die Jungfische am besten erspähen und erwischen.
Ich bin immer wieder verblüfft, wie sie stundenlang immer wieder ihre Kreise drehen, Haken schlagen, mal lässig schwebend, mal pfeilschnell Kurven drehend. Ab und zu stürzen sie jäh hinab und tauchen ganz ins Wasser ein. Nur selten gelingt ihnen ein Fang.
Viele Seeschwalbenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Küsten- und Zwergseeschwalben sind sogar vom Aussterben bedroht (Rote Liste, Kategorie 1). Flussseeschwalben gelten laut der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als "stark gefährdet".
Ich hoffe, dass das Nahrungsangebot am Bremer Weserwehr ihnen hilft, dem bösen Trend zu widerstehen.

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