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Dienstag, 26. April 2022

"Da ist Finchen!"...

"Da ist Finchen!", rief meine Frau dieser Tage aus. Nach langem Ausschau Halten am Weserwehr sahen wir beide im gleichen Moment ein Wesen, das verblüffend dem kleinen Seehund ähnelte. Es tauchte mehrmals auf und unter und hatte einen schlangenähnlichen Fisch im Schnabel. Die Szene erinnerte stark an Finchens berühmte Jagden auf Neunaugen. Und doch ...


Leider wurde uns schnell klar: Es war nicht Finchen. Unsere Lieblingsrobbe habe ich seit genau drei Wochen nicht mehr gesichtet, und auch diesmal war sie es nicht. Und inzwischen bin ich sicher: Sie ist nicht mehr in der Gegend unterwegs, sondern längst los geschwommen, den Fluss abwärts Richtung Nordsee, zu ihren Artgenossen. So halten sie es unsere Seehunde hier in Bremen: Spätestens Mitte April lockt die Paarungszeit, da wollen Robben unter ihresgleichen sein. Gut so! Und natürlich: Schade!

Der erfolgreiche Jäger am Weserwehr war ein Kormoran, der einen besonders dicken Brocken erwischt hatte. Ein Neunauge, so dachte ich.


Die kieferlosen, fischartigen Neunaugen habe ich hier ja oft thematisiert. Ende Dezember bis Ende Januar müssten Schwärme von ihnen am Weserwehr vorbei schwimmen, denn die Kormorane und Seehunde wie Finchen lassen sich manchmal kurz mit den sich windenden Fischen sehen, bevor sie die Beute verschlingen.


Die Neunaufen werden dann oft für Aale gehalten. Aber diesmal war es wohl wirklich ein Aal - das schließe ich aus der näheren Betrachtung der Fotos.



Ich bin kein Biologe, habe aber in der Jugend Aale geangelt. Der Kopf, die Kiemenflossen und vor allem die Flossen am Schwanz - Das ist ein Aal! Oder er war es.




Der Aal hat wohl noch eine Weile gelebt und sich kräftig gewunden im Hals des Kormorans. Der arbe Vogel hat noch eine ganze Weile gewürgt an seinem fetten Fang. Man beachte die Krümmung seines Halses.




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