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Donnerstag, 4. August 2022

Cooler Beachboy am Weserstrand

Eine aufregende Begegnung und atemberaubende Fotos hat mir vergangenen Sonntag ein Ausflug in den äußersten Norden Bremens gebracht. Ein junger Seehund lag da stundenlang an einem Strand in der Nähe des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Farge. Aufregend für mich, aber offenbar nicht für den Seehund: Der war sehr entspannt und ließ mich auf vielleicht als 150 Meter heran. Näher wollte ich gar nicht.


Es war riesiges Glück, natürlich. Ein unvergesslicher Tag. Aber ich war nicht zufällig an diesen Ort gelangt...


Einige Tage zuvor hatte ich eine Bootsfahrt die Weser stromabwärts unternommen: Mit der "Hal Över"-Fähre vom Bremer Martini-Anleger bis Bremerhaven. Dort sah ich den Seehund an ungefähr der gleichen Stelle.




Hier herrschen ja Ebbe und Flut und an beiden Tagen lief das Wasser ab. Auch in der Nordsee ist das für Seehunde die Zeit, sich von der Jagd auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln.



Ich musste mich durch hohes Buschwerk und glitschiges Watt arbeiten, um an diese Stelle zu gelangen. Als ich dann endlich den Strand erreicht hatte, sah den Seehund sehr bald, aber noch mehrere Hundert Meter entfernt.


Ich schlich mich langsam an der Schilfkante entlang in seiner Richtung, um ihn nicht zu vertreiben. Und versuchte, nicht auszurutschen.


Der Seehund lag hinter einer Sandbank, so dass ich geduckt sehr nahe herankam.




Natürlich bemerkte er mich doch sehr schnell. Andere Seehunde wären vermutlich schon ins Wasser geflüchtet, aber dieser hier schien in mir keine Gefahr zu sehen.







Ich entfernte mich zunächst wieder, suchte dann einen anderen Weg durch Brennnesseln (lange Hosen wären gut gewesen!), Schlick (Gummistiefel wären gut gewesen) und Schilf (eine Machete wäre gut gewesen).


Immerhin gab es neben dreckigen Schuhen auch noch hübsche Fotomotive. Zum Beispiel diesen Distelfink, auch Stieglitz genannt. 


Oder diesen Admiral, wie der Schmetterling heißt. Er ist aus dem Alpenraum angereist, wie im Link nachzulesen ist.


Auch die Bayern machen halt gerne mal Urlaub an der Küste, mit Seehunden und so.


Dieser hier hat sich am Weserstrand gewälzt, als wäre er eine Sandbank im Meer. 






Ein Robben-Profi von der Seehundstation Norddeich vermutet, dass es sich wohl um ein junges Männchen handelt. Er hat keine Flossenmarke, wurde also wohl nicht als Heuler aufgezogen.


Wie er so entspannt sein kann diesem Krach ist mir ein Rätsel! Denn immer wieder sind Leute mit zwei Speedbooten vorbeigerast und haben Nürburgring-Atmosphäre verbreitet.


Die Weser ist eben eine viel befahrene Wasserstraße: Frachtschiffe, Baggerschiffe, Fähren, Sportboote und so weiter den ganzen Tag.


Ich finde es erstaunlich, dass so scheue Tiere wie Seehunde sich an diesen Lebensraum anpassen können. Aber offenbar haben sie ausreichend Platz für sich und genügend Beute, so dass es sich lohnt.







Übrigens habe ich auf oben erwähnter Schiffstour noch einen zweiten Seehund gesehen, nördlich des Bremerhavener Containerterminals, an der fließendenden Grenze zwischen Weser und Nordsee.



Und auf einem Brachgelände in Bremen-Walle kam ein kleiner Fuchs aus dem Gebüsch.


Ach, einen Schweinswal habe ich auch gesehen. Auf der Rückkehr von der "Dicke-Pötte-Tour" (empfehlenswert!) beim Containerterminal tauchte er eine Sekunde lang auf. Zu kurz für ein Foto. Die Wellen waren hoch, das Schiff fuhr fort, den Schweinswal bekam ich kein zweites Mal zu sehen. Ich werde eines Tages zurückkehren bei glatter See und dort Schweinswale sehen!








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