Neun Tage hatte ich Finchen nicht mehr am Weserwehr gesehen, hielt oft erfolglos Ausschau. So auch heute Morgen. Am Abend dann bei auflaufender Flut blieb ich hartnäckig und konnte meinen Lieblings-Seehund erspähen. Wieder einmal gab es Scholle zum Abendessen.
Es war wieder eine Herausforderung, am richtigen Beobachtungsplatz zu stehen. Finchen tauchte zuerst an der südlichen Fischtreppe auf, weit weg von meinem gewöhnlichen Posten aus. Also wechselte ich über die Wehrbrücke und bekam sie dort ganz gut zu sehen.
Später tat sie mir den Gefallen, näher zu kommen. So wurde ich wieder Zeuge, wie Finchen ihre Sollen zerfetzt und verschlingt.
Mindestens drei Schollen erbeutete Finchen in einer guten Stunde. Ob sie unter Wasser noch mehr Fische fing, weiß ich natürlich nicht.
Es erstaunt mich immer wieder, dass sie derzeit am Weserwehr offenbar ausschließlich Plattfische jagt. Denn es muss etliche Fischarten dort geben, man sieht sie im Summer immer wieder aus dem Wasser springen.
Nach ihrem Festmahl schwamm Finchen erst in Richtung Schleuse, aber die war voller Sportboote. Ungemütlich.
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