Wer am Weserwehr Seehunde sehen will, hat gute Chancen: Seit Samstag war ich täglich ein bis zwei Mal da. Immer nur kurz, maximal eine halbe Stunde, stand ich dort, denn es ist kalt. Und immer hatte ich Glück, gestern waren sogar wieder zwei da.
Ganz nahe am Ausfluss des Wasserkraftwerks war heute Doro, direkt als ich am Nachmittag dort ankam. Aber sie war unterwegs und schon bald wieder weiter weg. Und sie verbringt immer noch viel Zeit mit dösen.
Manchmal gähnt sie sogar ganz schamlos.
Wer sie sehen will, muss gut hinschauen und braucht ein gutes Fernglas.
Und Geduld. Wenn sie unter Wasser dösen, tauchen sie fünf bis zehn Minuten unter, kommen für wenige Minuten an die Oberfläche zum Atmen und tauchen dann wieder ab.
Und manchmal spielen sie regelrecht Verstecken: Doro zog sich heute hinter eine der großen Bojen zurück...
Dann verschwand sie. Ich sah sie nicht wieder, bis es mir nach 20 Minuten zu kalt wurde. Zum Glück war sie mir vorher nahe gekommen.
Aber Doro mag nicht so gerne Publikum, glaube ich. Meistens ist sie so weit entfernt, dass man sie nur mit Mühe entdeckt.
Offenbar gibt es am Wehr genügend Diskretion für eine schüchterne Weserrobbe wie Doro.
Die zweite Robbe gestern dürfte übrigens Marvin gewesen sein. Sicher kann ich das aber nicht sagen - zu weit weg.
Noch immer habe ich Doro nicht mit Beute beobachtet. Vielleicht habe ich ihre Jagd immer knapp verpasst. Vielleicht jagt sie auch ausschließlich kleine Fische unter Wasser.
Aber bald ist es so weit: In zwei bis drei Wochen kommen die Neunaugen. Dann werden sich die Kormorane wieder Schlachten liefern. Und mal sehen, welcher Seehund sind dran beteiligt...

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