Translate

Montag, 26. Dezember 2022

Auf ins weihnachtliche Getümmel!

Die zwei Wochen Sendepause haben natürlich einen Grund: Endjahres-Stress natürlich. Und: Keine Weserrobben-Geschichten. Der junge Seehund Doro hat das Weserwehr verlassen, und auch andere Artgenossen waren nicht in Sicht. Dafür tummeln sich jetzt die Kormorane am Weserwehr als wäre Winterschlussverkauf.



Die Fischjäger wissen genau, wann es los geht: Wochenlang waren nur wenige Kormorane am Weserwehr. Aber jetzt, rund um Weihnachten, sind es Dutzende. Sie kommen von wer weiß woher angereist und bringen sie sich in Position.


Denn die Neunaugen ziehen wieder die Weser hinauf. Am Weserwehr müssen sie den Einstieg zu einer der Beiden Fischtreppen finden. Sonst war's das für sie. 
(Klick weiter um ihre epischen Schlachten mit mir zu teilen.)
Der Schauplatz des Spektakels ist am Auslass des Wasserkraftwerks am Weserwehr: Hier müssen die urtümlichen Fische vorbei, um in den Oberlauf der Weser zu gelangen. Diesseits davon herrschen Ebbe und Flut.


Niedrige Wasserstände bedeuten Gefahr für die Fische. Kormorane tauchen nicht so tief wie Seehunde, aber tief genug für die Neunaugen.




Allerdings bleibt kaum ein Fang unumstritten. Denn die allähnlichen Neunaugen sind nicht so einfach zu schlucken. Und hungrige Artgenossen kennen keine Moral, wenn es ums Fressen geht.


Und dann sind da auch noch die Möwen. Sie sind nicht in der Lage, selbst Neunaugen zu fangen, denn sie können nicht tauchen. Aber diese Mantelmöwe ergriff heute Morgen ihre Chance.



Ungerecht! Aber was will man machen?





Das alles passiert in wenigen Sekundenbruchteilen. Ich bekommen übrigens oft kaum mit, was sich da vor mir abspielt; erst die Fotos zeigen, wer am Ende den Schnabel vorn hat. 





Tischmanieren sind was für Verlierer.



Fairness und Respekt auch.












Natürlich fressen Kormorane auch andere Fische. Dieses Foto schoss ich vor ein paar Tagen, als noch keine Neunaugen unterwegs waren.


Auch Graureiher finden derzeit am Weserufer reichlich Nahrung. Aber die wilden Schlachten der Wasservögel sind nichts für sie: Reiher schnappen ihre Beute im seichten Wasser. Gesellschaft leisten ihnen Kormorane, die sich von der Jagd ausruhen.



Und auch Rabenkrähen schauen immer mal wieder, was für sie abfällt. Walnüsse mögen sie gerne, und Brotreste der Besucher verschmähen sie nicht.




Und auch Tauben sind ständige Bewohnerinnen des Weserwehrs. Diese Fotos sind vom vergangene Wochenende, als noch Eisschollen auf der Weser trieben. 



Fehlt jetzt nur noch eine Weserrobbe am Weserwehr! Ich hege immer noch die vage Hoffnung, dass meine Lieblings-Weserrobbe Finchen dieser Tage ans Weserwehr zurückkehrt: Schließlich lockt doch ihre Lieblingsbeute! Oder ist sie längst zurück in der Nordsee? Hier wenigstens ein Erinnerungsfoto.
 

Frohe Weihnachten allen Leserinnen und Lesern!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bremer Stadtrobbe

Schon seit vier Monaten wohnt Seehund Maja in der Bremer Weserschleuse. Inzwischen hat sie sich so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie neugie...