Die zwei Wochen Sendepause haben natürlich einen Grund: Endjahres-Stress natürlich. Und: Keine Weserrobben-Geschichten. Der junge Seehund Doro hat das Weserwehr verlassen, und auch andere Artgenossen waren nicht in Sicht. Dafür tummeln sich jetzt die Kormorane am Weserwehr als wäre Winterschlussverkauf.
Die Fischjäger wissen genau, wann es los geht: Wochenlang waren nur wenige Kormorane am Weserwehr. Aber jetzt, rund um Weihnachten, sind es Dutzende. Sie kommen von wer weiß woher angereist und bringen sie sich in Position.
Denn die Neunaugen ziehen wieder die Weser hinauf. Am Weserwehr müssen sie den Einstieg zu einer der Beiden Fischtreppen finden. Sonst war's das für sie.
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Der Schauplatz des Spektakels ist am Auslass des Wasserkraftwerks am Weserwehr: Hier müssen die urtümlichen Fische vorbei, um in den Oberlauf der Weser zu gelangen. Diesseits davon herrschen Ebbe und Flut.
Niedrige Wasserstände bedeuten Gefahr für die Fische. Kormorane tauchen nicht so tief wie Seehunde, aber tief genug für die Neunaugen.
Und dann sind da auch noch die Möwen. Sie sind nicht in der Lage, selbst Neunaugen zu fangen, denn sie können nicht tauchen. Aber diese Mantelmöwe ergriff heute Morgen ihre Chance.
Ungerecht! Aber was will man machen?
Das alles passiert in wenigen Sekundenbruchteilen. Ich bekommen übrigens oft kaum mit, was sich da vor mir abspielt; erst die Fotos zeigen, wer am Ende den Schnabel vorn hat.
Tischmanieren sind was für Verlierer.
Fairness und Respekt auch.
Natürlich fressen Kormorane auch andere Fische. Dieses Foto schoss ich vor ein paar Tagen, als noch keine Neunaugen unterwegs waren.
Auch Graureiher finden derzeit am Weserufer reichlich Nahrung. Aber die wilden Schlachten der Wasservögel sind nichts für sie: Reiher schnappen ihre Beute im seichten Wasser. Gesellschaft leisten ihnen Kormorane, die sich von der Jagd ausruhen.
Und auch Rabenkrähen schauen immer mal wieder, was für sie abfällt. Walnüsse mögen sie gerne, und Brotreste der Besucher verschmähen sie nicht.
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