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Dienstag, 14. November 2023

Pogo am Weserwehr

Es geht wieder los! Immer mehr Kormorane bevölkern das Bremer Weserwehr. Und sie wollen nur eins: Fische! Aber sobald ein Schnabel mit frisch gefangener Beute aus der Tiefe auftaucht, geht es zu wie in einer Rockerkneipe, wenn das Bier alle ist.


Auch Kormorane sind Zugvögel, und während der Sommermonate sah man nur einzelne Tiere hier in der Gegend. Aber jetzt kommen sie aus Skandinavien und Osteuropa herbei. Denn in Bremen gibt es lecker Fisch!

  

Die ersten Neunaugen kommen an am Bremer Weserwehr. Bis sie einen Einstieg zu einer der beiden Fischpässe gefunden haben, sind sie in größter Gefahr.


Kormorane jagen sie, besonders bei Niedrigwasser sind sie leichte Beute. Doch wie immer kann sich der Kormoran seiner Beute nie sicher sein: Die gierigen Artgenossen wollen sie entreißen. Und von oben machen die Möwen Jagd auf die Beute der Jäger.

  

Schnell runterschlucken heißt die Devise...



Erfahrenere Kormorane fangen derzeit erstaunlich viele Aale am Weserwehr. Sie sehen ähnlich aus wie die Neunaugen, sind aber biologisch nicht näher verwandt.

  

So ein Brocken ist bestimmt nicht leicht zu schlucken für einen Kormoran. Hier hatte ich Glück konnte den Vorgang aus der Nähe fotografieren.

  

Dieser Kormoran hat den Bogen raus: Nach wenigen Sekunden war der riesige Aal im Schlund des Vogels verschwunden. Lange bevor die neidische Konkurrenz den Fang bemerkt hatte.

  

Ob auch Seehunde Aale jagen, weiß ich nicht, ich habe es noch nie beobachtet. Allerdings hat meine Lieblingsrobbe Finchen ja schon als Jungtier Neunaugen gejagt. Ein Aal sollte ihr deshalb keine Probleme machen. Aber - wo ist sie nur?


  

Andere machen sich gar nicht erst die Mühe, zu tauchen. Sie halten Ausschau, bis ein Artgenosse erfolgreich war - und los geht die Rauferei!

 

Die dicken Schaumteppiche, die zu dieser Jahreszeit das Wasser bedecken, stören die Kormorane nicht. Die Möwen haben allerdings schwierigkeiten, darauf zu landen. Und sie können ihre Konkurrenten nur bis hier verfolgen: Abtauchen können sie - anders als die Kormorane - nicht.

 

 

Doch diese Mantelmöwe macht ihre fehlenden Jagdkünste wett durch fliegerische Geschicklichkeit. In der Luft sind Möwen sehr viel wendiger als die Kormorane.


Es bleibt keine Zeit, um verlorene Beute zu trauern, den die nächste Raubtat ist schon in Planung.

 

Der Gegner schlägt viel Schaum auf. Und achtet nicht auf den Feind von oben.

  

Eine Frage des Timings.

 

Ich bin nicht sicher, um welche Beute es sich da handelt: Entweder ein sehr großes Neunauge, oder ein Aaal. 


Manchen ist der Stress zu doof, sie halten sich lieber raus.

 


Aber das alles ist erst der Vorgeschmack. Ab Mitte Dezember werden hier mindestens fünfmal so viele Kormorane sein, und sie werden sich wieder wilde Schlachten liefern, wie jedes Jahr.

 

Ich finde es immer wieder spannend, zuzuschauen.



  


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