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Dienstag, 12. Juli 2022

Wech isser!

Der Seehund von Samstagvormittag hat sich für den Rest des Wochenendes nicht mehr blicken lassen. Jedenfalls nicht, solange ich auf Spähposten war. Schade, aber ich bleibe dran! Und als Ersatz gibt es heute ein paar Seeschwalben zu bestaunen. Und mehr!


Seeschwalben sind in dieser Jahreszeit regelmäßig am Weserwehr zu Gast. Es sind Flussseeschwalben, die es auf kleine Fische abgesehen haben. In den letzten Tagen habe ich beobachtet, wie zeitweise mehr als ein Dutzend Seeschwalben um den Eingang zur Fischtreppe am Weserkraftwerk kreisten.


Wie alle Schwalben verblüffen auch die Flussseeschwalben durch ihre Wendigkeit. Mal schweben sie leicht, dann wieder pfeilschnell um die Ecke. Das macht sie schwer zu fotografieren. Aber ab und zu wird dann zufällig doch ein Bild scharf.


Fliegen scheint den Seeschwalben kaum Mühe zu bereiten, denn sie halten sich lange und ausdauernd in der Luft, akrobatische Mavöwer und Richtungswechsel gehören zum Standardprogramm. Immer halten sie Ausschau nach Fischschwärmen an der Oberfläche.




Seeschwalben fliegen im Jahr um die halbe Welt! Zigtausende Kilometer. Wie machen die das bloß? Sie sind immer in den Zonen der Welt unterwegs, wo die Sonne gerade hoch steht. So können sie ihre Beute gut von oben anpeilen und attackieren. Dann stürzen sie kopfüber ins Wasser und schnappen zu. 



Es können nur ein paar kleine Fischlein am Tag sein, die sie fangen. Jedenfalls dauert es gefühlt zwanzig Minuten und länger, bis die viele Späharbeit belohnt wird. Scheint aber zu reichen.



Wenn die Tage hier kürzer werden, ziehen die Seeschwalben weiter in den Süden um die halbe Welt und suchen nach Flüssen und Seen, wo sie weiter fliegen, fliegen, ab und zu einen Happen essen und wieder fliegen. Ein Naturwunder!



Ich finde es immer lustig zu beobachten, wie Möwen versuchen, anderen Fischjägern die Beute zu stibitzen. Häufig sehe ich vor allem junge Lachmöwen um die Seeschwalben kreisen. Wenn dann eine Seeschwalbe in den Sturzflug übergeht, bringen sie sich in Position. Manchmal klappt's.


Das erinnert an die wilden Jagdszenen der Kormorane, wenn sie sich um die Neunaugen balgen. Dann sind Silber- und Mantelmöwen die räuberischen Rivalen. Hier noch mal ein Bild aus dem Januar, weil es so schön ist:


Möwen können nicht im Sturz tauchen wie Seeschwalben und erst recht können sie nicht unter Wasser schwimmen, so wie Kormorane. Sie kommen also kaum selbst an die Fische. Aber Möwen sind schlau und schnell und wissen, wann sie zuschlagen müssen. Hier ein dreister Raubüberfall auf einen Kormoran, begangen im Dezember 2020.










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