Manchmal fangen Möwen sogar selbst einen Fisch. Dazu brauchen sie aber Glück, denn sie können bestenfalls ein-, aber nicht untertauchen. Und ich hatte auch Glück mit diesem Bild.
Möwen am Weserwehr haben es kaum nötig, selbst zu fischen. Sie lassen fischen. Man muss nur einen Kormoran verfolgen, wenn er ein frisches Neunauge gefangenes hat.
Ein heftiger Ruck am Schopf, und die Beute fällt. Diesmal leider ins Wasser: Das ist der Kringel direkt unter dem Kormoran.
Diese Ernährungsweise ist nicht sehr ehrenvoll, aber erfolgreich: Immer wieder schnappen Silber- und Mantelmöwen den fleißigen Jägern die Fische weg. (Weiter klicken für mehr Beweisfotos vom Neujahrstag)
Diese junge Möwe hat das Prinzip schon verstanden: Von oben, hinter dem Kopf den Kormoran anfliegen. So sieht der Vogel einen nicht.
Aber auch die Artgenossen kennen fiese Tricks.
Aber diesmal kann der erfolgreiche Jäger seinen Fisch behalten.
Das ist längst nicht immer so, denn jeder Fang ist umstritten.
Und auch junge Möwen haben irgendwann den Bogen raus.
Oh wie köstlich der Sieg!
Hoppla!
Und am Ausfluss des Wasserkraftwerks am Weserwehr halten die Kämpfe unvermindert an. Picken, kratzen, kollidieren; es gibt keine Regeln.
Die Angriffe kommen von allen Seiten. Und die von oben sind besonders fies.
Wieder bringt eine hungrige junge Möwe den Unterwasserjäger um seinen Lohn.
Der Gewinner bekommt alles.
Und jetzt heißt es fr die Möwe: Möglichst steil nach oben!
Den Kormoranen bleibt nur wütender Protest. Sie kommen so schnell nicht hinterher, denn steil aufsteigen wie die Möwen können sie nicht. Kormorane brauchen viel Anlauf, um aus dem Wasser zu kommen. Die Möwe mit dem Neunauge hat längst abgehoben. Aber jetzt hat sie selbst lästige Verfolgerinnen.
Steil in die Höhe geht es, da kommt so schnell kein Kormoran hinterher. Wohl aber die anderen Möwen.
Es geht hin und her und am Ende wird nur ein Tier satt. Die erfolgreiche junge Möwe behält ihre erbeutete Beute.
Wer gewinnt diesmal? Kormoran oder Möwe, Jäger oder Dieb?
Wer es schafft, vor den anderen wegzukommen, kann seinen Fisch vielleicht behalten.
Aber der Jäger wird zum Gejagten. Von hinten kommt eine Möwe. Und sie kommt näher.
Das Neunauge fällt ins Wasser. Ob es überlebt hat? Könnte sein, ich weiß es nicht. Da unten waren noch mehrere hungrige Kormorane. Es dürfte nicht sehr oft passieren, dass ein gefangenes Neunauge lebend entkommt. Denn die Vögel haben scharfe Schnäbel und ein verletzter Fisch ist leichte Beute.
Dutzende Vögel kreisen über dem Weserwehr und ihnen entgeht nicht viel. Und schon gar nicht der Erfolg der Anderen.
Für den Moment triumphiert der Kormoran. Doch die Beute ist noch nicht geschluckt, und die Verfolger sind zahlreich.
Am Ende ist dann doch wieder eine Möwe die Siegerin.
Man soll die Tierwelt ja nicht vermenschlichen, aber: Ein Mal muss doch Gerechtigkeit herrschen und der fleißige Fischfänger satt werden! Oder?
Hat die grausame Natur diesmal ein Einsehen?
Die Möwe lässt nicht locker und bleibt dem Kormoran an den Schwanzfedern.
Aus vollem Flug schafft es die große Möwe, praktisch an einem Punkt zum Stehen kommen.
Der tapfere Kormoran ist allerdings gelandet und hier an der Wasseroberfläche hat einen Vorteil: Er kann mit seiner Beute abtauchen.
Es wird einem nichts geschenkt, aber diesmal hat der Kormoran alles richtig gemacht. Es ist ein hartes Training, besonders für die jungen Kormorane. Aber die meisten werden irgendwann dann doch satt, denn das Fischbuffet am Bremer Weserwehr ist derzeit reich mit Neunaugen gedeckt.
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