Ich war kaum am Weserwehr in den letzten Tagen, denn das Wetter war überwiegend fürchterlich. Zudem musste ich meistens arbeiten, während es hell war - und bei Nacht ziehen sich die meisten Jäger sowieso zurück. Ab und zu hatte ich aber dann doch die Gelegenheit, mal nachzuschauen, was dort so abgeht.
Die Geschichte ist immer die selbe: Vogel fängt Fisch, andere Vögel wollen ihn auch haben. Immer wieder neu erzählt, wird die Geschichte mir doch nie langweilig. Sie ist immer wieder wundervoll, wild, erschreckend und einfach fantastisch.
Denn sie spielt in einer Welt mitten unter uns, und doch ist es nicht unsere Welt. Sondern ihre.
Heute bekam ich nur ab und zu einen Fang zu sehen. Entsprechend lang war die Warteschlange. Ein Grund war wohl, dass das Wasser ablief, denn dann wandern weniger Fische, weil sie keine Lust haben, gegen den Strom anzuschwimmen. Außerdem stand das Wasser sehr hoch, die Strömung war stark. Das bringt Kormorane an ihre Gremnzen.
Zum Glück sammeln sich am Ausfluss des Wasserkraftwerks immer viele Neunaugen, die den Einstieg in die Fischtreppe nicht gefunden haben: So kommt dann ab und zu doch was rum.
Am gegenüberliegenden Ufer standen viele Graureiher. Die überwintern hier und schnappen sich ab und zu ein Fischlein im seichten Wasser.
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