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Samstag, 7. Januar 2023

Skandinavier auf kulinarischer Bremen-Tour

Die Neunaugen-Saison am Bremer Weserwehr ist auf dem Höhepunkt. Mehrere Hundert Kormorane haben sich rund ums Weserwehr postiert und warten auf den fetten Fang.


Heute Morgen zur Frühstückszeit stand das Wasser niedrig. Beste Bedingungen für die Vögel, die aus Dänemark, Schweden und sogar Finnland angereist sind.


Man weiß das, weil einige Tiere Ringe tragen, die einige Enthusiasten dann und wann ablesen. Und ich weiß das, weil ich heute Morgen das Glück hatte, einen solchen Vogelkenner am Weserwehr zu treffen. 


Weserrobben habe ich leider noch immer nicht wieder gesichtet, aber auch die anderen Raubtiere haben ihren Reiz. Klick weiter, dann siehst du es.

Die Flussneunaugen scheinen stoßweise in Schwärmen vorzudringen, immer stromaufwärts. Aber am Weserwehr finden viele der Rundmäuler nicht den richtigen Weg. 


Am Unterwasser des Kraftwerks müssen sie den Einstieg in die Fischtreppe finden und dabei den vielen hungrigen Schnäbeln entkommen.


Schon beim Anschwimmen gegen den Strom gibt es erste Opfer. Sie verschwinden in hungrigen skandinavischen Schnäbeln.


Wenn ein Vogel mit einem Neunauge auftaucht, scheint die Weser zu kochen. Wasserschlachten, wie man sie sonst nur im sommerlichen Nichtschwimmerbecken bei Menschenkindern beobachten kann.



Muss Spaß machen.



Fang mich, wenn du kannst!



Und jetzt schnell weg!


Und bloß nicht die Beute aus dem Schnabel fallen lassen!



Und dann wechselt das Neunauge doch noch seinen Besitzer.


Und eine junge Silbermöwe fliegt vorbei, der offenbar ebenfalls ein Diebstahl gelungen ist.


Fressen ist bei Kormoranen Leistungssport.




Entsprechend heftig ist die Konkurrenz.



So rücksichtslos sie bei der Nahrungsaufnahme sind: Kormorane sind dennoch soziale Tiere, wie ich heute gelernt habe. Sie brüten in großen Kolonien - übrigens nicht in Bremen, aber bei Oldenburg. Und legen in Schwärmen gewaltige Strecken zurück.


Diese Tiere kommen eben zu einem großen Teil aus Europas Norden. Sie müssen erstaunlich gut navigieren können, um über Hunderte Kilometer immer wieder ihren Weg zu finden. 
Välkommen till Bremen!

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