Translate

Sonntag, 31. Juli 2022

Schollenjäger: Eine alte Bekannte

Und nun zu der großen Frage: Wer ist der Schollenkiller vom Weserwehr? Ich hatte im letzten Post berichtet, dass ich es vor allem abgesehen hatte auf die Flossenmarke. Denn der kleine Plastikchip an der Hinterflosse trägt eine Nummer, vergeben von einer Seehundstation, die das Tier aufgepäppelt und später ausgesetzt hat. Aber die Nummer zu erkennen ist gar nicht einfach.


Bei dem Foto oben links wurde es spannend: 3515? Oder etwa ... Ich konnte es kaum glauben, musste gleicht die Fellzeichnung genauer betrachten. Konnte das wirklich... War sie das etwa?


Dieser herzförmige Fleck an der linken Kopfseite. Das war Fichen! Aufgefunden als Heuler vor etwa einem Jahr, aufgezogen in der Seehundstation Norddeich, ausgewildert im September 2021, Flosennummer 3575 (siehe meinen zweiten Post vom 11. Januar). Meine Lieblingsrobbe war nach drei Monaten wieder zurück am Bremer Weserwehr!




Ich hatte immer gehofft, dass Finchen wieder zurückkommt. Denn sie hat den Ort gut erkundet und weiß, wie sie hier zu fetter Beute kommt. Aber dass ich sie tagelang nicht erkennen würde? 


Und dass ich sie so früh im Jahr hier wieder sehen würde, hätte ich nicht ahnen können. Sonst hatte ich frühestens im September hier Seehunde gesehen. Tolle Überraschung! Und dass es hier so viele Schollen gibt, wusste ich auch nicht.



Sie hat sich verändert. Ihre Grundfarbe ist viel bräunlicher, der hell-dunkel-Kontrast nicht mehr so stark. Auch die Flecken sind unterschiedlich ausgeprägt, aber immer noch gut erkennbar. Das kann nur eines bedeuten: Fellwechsel. 


Ab April ziehen sich die Seehunde auf Sandbänke in der Nordsee zurück, dort wechseln sie ihr Fell. Sie sind in dieser Zeit verletzlicher und wollen ihre Ruhe haben. Auch Finchen hat es sich vermutlich mit ein paar Artgenossen auf einer Sandbank bequem gemacht. Deshalb war sie hier drei Monate lang nicht zu sehen.
















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bremer Stadtrobbe

Schon seit vier Monaten wohnt Seehund Maja in der Bremer Weserschleuse. Inzwischen hat sie sich so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie neugie...