Mein Arbeitsweg morgens an der Weser entlang ist ein Privileg. Das ich immer dazu nutze, nach meinen Lieblingstieren Ausschau zu halten. Glück habe ich allerdings nur selten. Wenn ich dann wochenlang keine Robbe sehe, nehme ich immer seltener meine Kamera mit, die ja immerhin ihr Gewicht hat. Tja, und so hatte ich dann am Dienstag dieser Woche nur mein Mobiltelefon dabei, als nahe der DGZRS-Zentrale dieser Seehund auftauchte.
Heute hatte ich dann wenigstens mein 300er-Teleobjektiv dabei, als ich am Morgen, vor dem Yachthafen am Weserstadion, plötzlich einen Seehund auftauchen sah. Das Tier hatte wohl einen Fisch gefangen, und wieder einmal versuchten ein paar Möwen, die Beute zu stehlen.
Riesenglück am Morgen: Kann man das toppen? Yes we can! Denn gut zwei Kilometer flussabwärts, am Museum Weserburg mitten in der Innenstadt, sah ich einen zweiten Seehund, der mir ziemlich bekannt vorkam...
Auch hier kreisten wieder gierige Möwen, die wieder mal nichts abbekamen. Nicht von der Robbe mit dem Herzchen-Fleck. Nicht, wenn es um ihre Lieblingsspeise geht: Frische Weser-Flunder. Jawohl,
Finchen ist wieder zurück!
Oder vielleicht hat sie nur ihren
Hauptwohnsitz verlegt, denn hier jagte sie ihre Flundern ja weit entfernt vom Weserwehr, wo ich so lange vergeblich nach ihr Ausschau gehalten hatte.
Es handelt sich übrigens tatsächlich um
Flundern und nicht um Schollen, wie bisher fälschlicherweise
behauptet hatte. Denn nur Flundern leben auch im Süßwasser,
Schollen dagegen brauchen salziges Meerwasser, wie ich inzwischen
gelernt habe.
Die Flecken sind gut genug zu erkennen, dass ich Finchen sicher identifizieren kann. Anders sieht es aus bei dem anderen Seehund, den ich zuvor zwei Kilometer entfernt am Weserstadion beobachtet hatte. Die Fotos lassen keine sichere Identifizierung zu - das Gegenlicht hat die Kontraste zu hart gestaltet, als das ein Fellmuster erkennbar wäre.
Meine ursprüngliche Vermutung war, dass es sich um
Rudi handelte - ein Seehund, der im Winter einige Monate lang auf einem Ponton des Bremer Ruderclubs Quartier genommen hatte. Das Licht war damals ähnlich, die Situation auch.
Und es wäre natürlich ein wundervoller, romantischer Gedanke, dass
Finchen und Rudi immer noch gemeinsam an Bremens Weserufern umherziehen. Aber ich fürchte, Seehunde sind nicht ganz so romantisch veranlagt wie Blogger. Denn ich denke dass dieser Seehund nicht Rudi ist. Das wenige, was ich auf den Fotos von der Fellzeichnung des Tieres erkennen kann, spricht nicht dafür.
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